Wüstentäler und Rockmusik: Vom Panamint über das Saline und Death Valley nach Las Vegas

Wüstentäler und Rockmusik: Vom Panamint über das Saline und Death Valley nach Las Vegas

Mit Don und Bill im Panamint Valley

Wir freuen uns sehr, dass wir nun wieder einige Tage zusammen mit unseren Freunden Don und Bill auf ihrem Spring Trip verbringen können.

Bill hat sich (wieder einmal) eine neue Ausstattung zugelegt: Ein Camper Van und statt des ATV ein Allrad-E-Bike. Don war so lieb und hat wieder zwei ATVs mitgebracht, so dass wir beide einige Ausflüge machen können: Zur January Jones Mine und via Goler Wash zum Mengel Pass mit Abstecher zur Barker Ranch (berühmt-berüchtigt als Versteck von Charles Manson und Mitgliedern der Manson Family).

 

Nachdem wir 3 Tage beim Coyote Canyon campiert haben, ziehen wir zum Camp bei der Minietta Mine um. Dieses liegt etwas weiter nördlich und auch höher. Und nicht zuletzt befindet es sich am Fuss der Argus Range, die das Tal auf der Westseite begrenzt; ab fünf Uhr haben wir Schatten, was wir sehr schätzen, denn es wird jeden Tag heisser… (aktuell 28°).

Don und ich machen einen ATV-Ausflug nach Lookout City, wobei Ozy versucht, mit Bills eindrücklich aussehendem «Gelände-E-Bike» mitzuhalten (O-Ton auf der Wallker-Website: «Conquer any terrain with Wallke H9 AWD ebike»). Auf gravel road mit Tempo geht’s ganz gut, aber im steilen, unwegsamen wash geht dem E-Bike bald der Schnauf aus: Es überhitzt entweder die Regelelektronik oder der Motor und dann kommt kein Schub mehr. Irgendwie scheint das Bike doch nicht so wirklich für «jedes Terrain» gemacht… Ozy muss umkehren, während wir mit den ATVs weiterfahren, die die Strecke problemlos meistern. Nach einer Begegnung mit einem fotogenen Chuckwalla geniessen wir zu zweit die Aussicht von oben aufs Panamint Valley. Nicht nur sieht man die Blumenwiesen unten im Tal, es hat auch hier oben zahlreiche kleinere und grössere Blüten in allen Farben. So schön!

Am nächsten Tag legen wir einen allgemeinen Ruhetag ein und dann verabschieden sich unsere Freunde nach Beatty, während wir noch zwei Tage allein in der Wüste bleiben, bei Temperaturen um die 33 °C / 91 °F.

 

Saline Valley

Am 21. April machen wir uns auf den Weg ins Saline Valley. Nach einer so blumenreichen Fahrt wie noch nie und einem „kleinen Umweg“ zum Einkaufen in Bishop (mit abkühlendem Blick auf die schneebedeckten High Sierras) fahren wir über den mehr als 2300 m hohen North Pass (noch mit Schneeresten!) ins Saline Valley hinunter. Obwohl die Strecke nach Aussage von Danny „real good“ ist, kommt es uns nicht so vor – wir fangen uns auf der County Road sogar unseren ersten Plattfuss ein, den Ozy umgehend repariert. Dafür ist die sonst sehr holprige Strecke von der Abzweigung bis zu den Quellen ausnahmsweise recht zügig fahrbar – sie wurde vom NP Service nach dem Hurricane gedozert.

Wir geniessen unseren Lieblingsort, auch wenn es zu Beginn noch über 38 Grad ist, stürmt und erst ein Gewitter und frischere Winde Abkühlung bringen. Wegen der Hitze besuchen wir öfters die 1 km entfernten Lower Springs, die nicht nur mehr Palmen und Pools (darunter sogar einen cold pool) haben, sondern auch eine richtige Liegewiese.

Wir gucken den diversen Fliegern zu, die hier trainieren, lernen den schweizerdeutsch sprechenden Stephen kennen und am Mittwoch stossen unsere Freunde und Oldtimers Dennis und Flipper mit Cynthia dazu. Dazwischen mache ich doch auch mal noch eine kleine Wanderung zu einer gut versteckten alten Hütte mit Rückweg durch spannende, teils etwas krümelige «Slot Canyons».

Es ist wie immer einfach schön und entspannend hier!

 

Durchs Death Valley nach Pahrump

Nach 10 entspannenden Tagen verabschieden wir uns am 1. Mai von den wunderbaren Quellen. Dieses Mal fahren wir die Piste über den Lippincott Pass, die vor kurzen ebenfalls vom NP Service wieder instandgesetzt wurde. Die Strecke zur Abzweigung ist allerdings gar nicht lustig (sie gehört dem Inyo County und nicht dem Nationalpark…).
Vielleicht wegen dem Gerüttel wächst auch der kleine Riss in der Frontscheibe gehörig. Bleibt nichts anderes übrig: gelegentlich müssen wir sie ersetzen.

Die Passhöhe und das Racetrack Valley auf der anderen Seite sind dann voller Blumen. So haben wir die Gegend noch nie gesehen! Ozy muss ständig anhalten, damit ich fotografieren kann. Schliesslich schaffen wir es aber doch ins Haupttal und machen einen kurzen Abstecher zum Ubehebe Crater, um die Pneus zu pumpen und die Aussicht zu geniessen.

 

Anschliessend fahren wir im Haupttal ins Badwater Basin. Dieses liegt 83 m unter dem Meeresspiegel und ist normalerweise von dicken, unförmigen Salzschollen und -wucherungen bedeckt. Jetzt hat es hier einen grossen See!

Der „Lake Manly“, der seine Existenz – wie die wunderbare Blütenpracht – den starken Niederschlägen im Winter verdankt, konnte vor einigen Wochen noch von (flachen…) Booten befahren werden, inzwischen ist er nur noch gut knöcheltief. Es reicht aber noch gut zum darin herumwaten – ein ganz spezielles Erlebnis! Der Untergrund besteht immer noch aus Salz – das Peeling ist inklusive! Besonders schön sind die verschiedenen Farben von weiss bis zu hellblau und -lila und allen Pastelltönen dazwischen. Bald wird vom See wieder nichts mehr übrig sein.

 

Übernachtet wird dann wieder auf den „Pads“ gleich ausserhalb des NP, bevor am nächsten Tag in Pahrump Karen und Kirsi mit ihrem Hund Jack besuchen. Wir dürfen bei Kirsi im RV Park übernachten und gehen zusammen im Stonewise Mead & Cider deren Produkte testen. Znacht bekommen wir gleich als Takeout vom benachbarten Chatthai Bistro. Es wird zwar in Styrofoam-Boxen geliefert, ist aber ausgezeichnet. 😋

 

Auf nach Las Vegas!

Nach den ruhigen Wochen in der Wüste ist Kontrastprogramm angesagt: Wir fahren wieder mal für drei Tage nach Las Vegas. Das Highlight (und der Hauptgrund für unseren Besuch) ist das ZZ Top-Konzert im Peral Concert Theater im Palms Casino Resort. Die bärtigen Männer, die für ihre Mischung aus Texas Blues, Bluesrock, Boogie, Southern Rock und Hard Rock bekannt wurden, liefern eine grossartige – und laute – Show ab! Diese Band stand schon lange auf Ozys bucketlist und er ist sehr glücklich, dass er endlich die Gelegenheit hatte, sie live zu erleben!

Wir übernachten diesmal im „RV Park“ des Main Station Casino. Es handelt sich zwar nur um einen besseren Parkplatz, aber der ist mit Strom (es ist auch hier 31 °C), Wasser und sauberem (!) Sanitärgebäude ausgestattet. Und vor allem ist er in Gehdistanz von Downtown Las Vegas mit der Fremont Street.

Neben Downtown besuchen wir das Atomic Museum (die nahegelegene Nevada Test Site war von 1951-1992 in Betrieb!), den hippen Container Park und erleben den – unüberhörbaren – Cinco de Mayo (der 5. Mai ist der Tag der Schlacht von Puebla ein Feiertag in Mexiko bzw. vor allem der hispanischen Bevölkerung in den USA). Das leibliche Wohl kommt auch nicht zu kurz und wir geniessen feine Mittagessen im Hofbräuhaus und im Saltgrass Steakhouse im Golden Nugget Casino.

 

Nach diesen schönen und erlebnisreichen Tagen im Südwesten heisst es nun: Auf nach Norden!

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